IBM 5233

IBM System/23 Datamaster (IBM 5233)

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Der IBM System/23 Datamaster – insbesondere das Modell 5233 – war keine übliche Büromaschine. Elegant kombiniert er Monitor, Tastatur, Floppy‑Drives und Recheneinheit in einem stabilen Gehäuse, das sowohl robust als auch eindrucksvoll erschien. Angetrieben wird er von einem Intel 8085‑Prozessor, der bei 6,14 MHz taktet, intern aber effektiv mit 3,07 MHz arbeitet. Diese Hardware war für IBM revolutionär, denn erstmals verwendete der Konzern standardisierte Komponenten statt eigener SLT‑Technologie. Dennoch wurden sämtliche Chips intern umetikettiert, um Nachbauten zu erschweren.

Der Datamaster kam serienmäßig mit einem BASIC‑Interpreter, der bewusst geschlossen gehalten war. Low‑Level‑Befehle wie PEEK oder POKE fehlten – das Gerät sollte ohne Spezialisten bedienbar sein. Die Diagnose‑Folge PID‑1200 (auch „POD“ genannt) prüfte beim Start CPU, Speicher und Peripherie und gab bei Problemen präzise Rückmeldungen über Bildschirm oder Diagnosestecker.

Ein besonderes technisches Merkmal: der RAM ist als 9‑Bit‑System ausgelegt – acht Datenbits plus ein Paritätsbit, um Speicherfehler zu erkennen. Zwei Steckkarten mit jeweils 32 KB oder 64 KB lieferten bei voller Konfiguration bis zu 128 KB RAM.

Der Bildschirm wird über den Intel 8275 CRTC angesteuert, unterstützt Textmodus (80 × 24) und sogar Lichtstift‑Simulation. Da der CRTC keine eigenständige Videoadressierung übernimmt, sorgt ein Intel 8257 DMA‑Controller für reibungslose Grafikdatenübertragung. Das monochrome CRT mit grüner Phosphorschicht verschaffte dem Gerät einen charakteristischen Retro‑Touch.

Die interne Busarchitektur erwies sich als Wegbereiter: Sie floss später in die Entwicklung des IBM‑PC ein, etwa durch ähnliche Tastaturmatrix (mit späterem Wechsel auf serielle Verbindung), Timer (8253), Interrupt‑Controller (8259), Speicherzugriffsmechaniken und sogar das Konzept des späteren ISA‑Busses; die Entwicklungsingenieure arbeiteten zum Teil an beiden Projekten.

Ende der Produktion war 1985. Eine bedeutende Rolle spielte der Datamaster somit als technischer Vorläufer des PCs – er war schnell, sicher und bedienerfreundlich, wurde aber dank hoher Kosten, verspäteter Markteinführung und dem direkt folgenden IBM PC ein Nischenprodukt.

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