Österreichischer 4864

Österreichischer 4864 (4884?) im RJ-Design gesichtet

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Update, 10.02.2026:
Der Instagram-User eisenbahn.h0 hat mich freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht, dass die korrekte Nummer 4884 lautet.
Vielen herzlichen Dank!


Ende Jänner 2026 ist erstmals der brandneue Siemens Mireo der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) in freier Wildbahn aufgetaucht – und das in ungewohntem Look. Die erste Einheit der ÖBB-Baureihe 4864 wurde auf dem Siemens-Testgelände in Krefeld gesichtet und erstrahlt im markanten Railjet-Design. Damit trägt ein Nahverkehrs-Triebzug die elegante Farbgebung der ÖBB-Fernzüge, was auf Anhieb Aufmerksamkeit erregt. Für Eisenbahn-Enthusiasten und Reisende gleichermaßen bedeutet diese Sichtung: Die neuen ÖBB-Züge 2026 stehen in den Startlöchern.

Erste Eindrücke: RJ-Design auf einem Mireo-Triebzug

Auf den ersten Blick könnte man meinen, ein verkürzter Railjet stehe vor einem. Tatsächlich gehört der gesichtete Zug zur Familie Siemens Mireo, einem hochmodernen Elektrotriebzug, der normalerweise für Regionalverkehr entwickelt wurde. Doch die ÖBB geben dem Mireo eine neue Rolle: 31 vierteilige Garnituren wurden bestellt, um im inneralpinen Fernverkehr – quasi als Interregio zwischen den Bundesländern – zum Einsatz zu kommen. Diese Züge verbinden künftig Regionen wie Salzburg, Tirol, Kärnten und die Steiermark im dichten Takt und lösen die klassischen InterCity-Garnituren ab. Die Wahl der Railjet-Lackierung unterstreicht diesen anspruchsvollen Einsatzzweck: Obwohl der Mireo technisch ein Regionalzug ist, soll er im Fernverkehr der österreichischen Bundesbahnen fernverkehrstauglichen Komfort bieten. Die weinrot-graue-Farbgebung mit den dynamischen Streifen signalisiert bereits äußerlich die Verwandtschaft zur Premium-Marke der Bundesbahnen.

Technik: Ein Next-Generation-Zug für die Alpen

Der Mireo gilt als neue Generation im Nahverkehr. Auffällig ist zunächst der Wagenkasten: Speziell für die Bundesbahnen wurde der Mireo etwas breiter gebaut als bisherige Modelle. Diese zusätzliche Breite nutzt man für mehr Innenraumkomfort. Zudem kommt bei den österreichischen Mireos erstmals eine andere Fahrwerkstechnik zum Einsatz: Jeder Wagen hat zwei eigene Drehgestelle, anstatt in der Mitte ein Jakobs-Drehgestell mit dem nächsten Wagen zu teilen. Diese klassische Anordnung – Siemens spricht von innengelagerten Drehgestellen als Einzelwagenkonzept – bringt mehrere Vorteile. Zum einen verbessert es das Fahrverhalten in Kurven und bei höherer Geschwindigkeit, was auf kurvenreichen Bergstrecken wichtig ist. Zum anderen schafft die neue Leichtbau-Bauweise der SF7500-Drehgestelle mehr Platz, weil gewisse Komponenten unterflur untergebracht werden können. Fazit: Der Zug läuft ruhiger, und die Fahrgäste haben spürbar mehr Bewegungsfreiraum.

Trotz dieser technischen Finessen bleibt der Mireo energiesparend. Die Konstruktion in Aluminium-Leichtbauweise hält das Gewicht niedrig, was einen geringen Energieverbrauch ermöglicht. Die Hochleistungs-Fahrmotoren sorgen für eine flotte Beschleunigung, ohne dabei ineffizient zu sein – eine Balance, die gerade im bergigen Terrain wichtig ist. Mit bis zu 160 km/h Höchstgeschwindigkeit ist der Mireo zwar langsamer als ein RJ-Lokzug (dieser schafft 230 km/h auf Top-Strecken), aber für die vorgesehenen inneralpinen Routen absolut ausreichend. Zum Vergleich: Auch die bestehenden Cityjet (Desiro ML) und Talent-Triebwagen der ÖBB sind für 140–160 km/h ausgelegt, erreichen aber selten ihr Limit in der Praxis. Hier punktet der Mireo eher durch seine kraftvolle Beschleunigung.

Cityjet-Mireo: 69 neue Regionalzüge für Oberösterreich und Salzburg

Nicht nur im Fernverkehr, auch im Nah- und Regionalverkehr leitet der Mireo eine neue Ära ein. Es wurden insgesamt 100 Mireo-Triebzüge (Cityjet- und Railjet-Varianten) bei Siemens bestellt, davon 69 für den Regionalverkehr in Oberösterreich und Salzburg und 31 für den inneralpinen Fernverkehr. Die Züge für Oberösterreich und Salzburg werden als Cityjet-Mireo in der bekannten weiß-roten Cityjet-Lackierung unterwegs sein und vor allem ältere Garnituren auf Regional- und S-Bahn-Linien ersetzen.

Interessant ist, dass die Regionalversion des Mireo in zwei Zuglängen kommt: 36 dreiteilige Kurz-Garnituren und 33 vierteilige längere Garnituren sind für die Bundesländer bestellt. So kann je nach Strecke und Bedarf die passende Zuggröße eingesetzt werden. In der Praxis könnten die dreiteiligen Mireos z.B. auf weniger frequentierten Nebenstrecken oder als S-Bahnen rund um Linz und Salzburg dienen, während die vierteiligen Versionen genügend Kapazität für stark genutzte Regionalexpress-Linien bieten. Technisch sind beide Varianten auf dem gleichen Stand und bieten die volle Ausstattung.

Ausblick: Neue ÖBB-Züge ab 2026 im Einsatz

Die Sichtung des ersten ÖBB Mireo im Januar 2026 markiert den Beginn eines Modernisierungsschubs auf Österreichs Schienen. Schon ab Ende 2025 hat die ÖBB mit einem neuen Interregio-Konzept im inneralpinen Fernverkehr vorgelegt – zunächst noch mit interimistisch eingesetzten Cityjet-Triebwagen. Doch bald sollen die speziell angepassten Mireo-RJs diese Rolle übernehmen und einen komfortablen Fernverkehr im Alpenraum gewährleisten. Auf Strecken wie Graz–Linz, Graz–Innsbruck oder Salzburg–Villach werden die eleganten vierteiligen Mireos die Reisekultur prägen: häufiger Takt, kurze Reisezeiten trotz mehr Zwischenhalten, und das alles in modernen Zügen mit Railjet-Komfort.

Gleichzeitig freuen sich die Fahrgäste in Oberösterreich und Salzburg auf die neuen ÖBB-Züge 2026 im Nahverkehr: Die Cityjet-Mireos werden dort nach und nach die betagteren Reihen ersetzen. Dank leistungsfähiger Antriebe und energiefreundlicher Technik können diese Züge auch umweltbewusst punkten – ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die Klimaziele der ÖBB.

Quellen

Design

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