ÖBB 4090

Schmalspur Triebzüge der Mariazellerbahn 4090

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In den 1990er Jahren brachte man für die traditionsreiche Mariazellerbahn neuen Wind in den Schmalspurverkehr: Die österreichischen Bundesbahnen setzten einen modernen elektrischen Triebzug der Reihe 4090 ein. Er sollte die seit rund 80 Jahren verkehrenden alten Dampflokomotiven der Reihe 1099 ablösen. Die ersten 4090er wurden 1994 fertiggestellt und ab 1995 auf der Mariazellerbahn in Niederösterreich in Betrieb genommen.

Bestellt wurden zwei unterschiedlich lange Garnituren: eine vierteilige mit zwei Triebwagen und zwei Zwischenwagen sowie eine dreiteilige mit einem Triebwagen, einem Steuerwagen und einem Zwischenwagen für die Talstrecke von St. Pölten bis Laubenbachmühle. Im engeren Sinne bezog sich die Baureihenbezeichnung 4090 nur auf die motorisierten Triebwagen; der Steuerwagen wurde als Reihe 6090 klassifiziert, die Zwischenwagen als Reihe 7090.

Technisch boten die 4090er für diese Schmalspurstrecke beachtliche Werte: Mit rund 408 kW Antriebsleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 70 km/h waren sie flott unterwegs. Ein besonderes Merkmal war die doppelt gekantete Wagenkastenform: Durch die abgewinkelten Außenwände wuchsen die Wagen auf Sitzhöhe auf 2,65 m Breite an. Das ermöglichte erstmals vier nebeneinander liegende Sitzplätze pro Reihe und führte damit zu deutlich mehr Komfort als zuvor.

Komfortabel, aber laufend Störungen

Im Fahrgastbetrieb erwiesen sich die 4090er als komfortabel. Reisende lobten vor allem die breiten Sitze und den geräumigen Einstieg, da man auf der langen Fahrt bequem Platz nehmen konnte. Allerdings gab es auch Einschränkungen: Die Fenster ließen sich aus Sicherheitsgründen nur einen Spalt weit öffnen. Technische Startschwierigkeiten mit der neuen Elektronik konnten zwar behoben werden, doch im Betrieb traten immer wieder Störungen auf.

Mit den Jahren ging die Rolle der 4090er allerdings zurück. Bereits in den frühen 2010er-Jahren wurden sie durch neuere Fahrzeuge verdrängt – etwa Dieselloks und -triebwagen der Reihe 5090 und später durch moderne Wendezüge des NÖVOG. 2013 stellte man schließlich die verbliebenen 4090er-Züge ab. 2015 übernahm die Pinzgauer Lokalbahn alle sechs noch existierenden Wagen. Ursprünglich hatte man überlegt, einzelne Fahrzeuge auf Batteriebetrieb umzurüsten, doch letztlich wurde nur ein einziger Mittelwagen reaktiviert.

Einzig dieser eine Mittelwagen (vormals 7090.001) kam ab 2017 als Schiebewagen VBs 211 wieder zum Einsatz. Die drei einstigen Triebwagen wurden im September 2020 verschrottet; die übrigen beiden Zwischenwagen und der Steuerwagen stehen seitdem ungenutzt abgestellt. So ist die Geschichte der 4090er heute weitgehend abgeschlossen: Sie hinterlässt nur eine spannende Episode in der österreichischen Schmalspurbahn-Geschichte und einen letzten Wagen, der nostalgischen Flair verbreitet.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96BB_4090

Unser Design

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