Die private österreichische WESTbahn setzt seit 2024 erstmals Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Stadler SMILE ein. Mit diesen neuen Fahrzeugen erweitert das Unternehmen sein Streckennetz von der klassischen Weststrecke auf die Südstrecke. Die Züge verkehren nun von Wien über Graz bis nach Klagenfurt und Villach.
Damit fährt erstmals ein privater Fernverkehrsanbieter mit modernen Hochgeschwindigkeitszügen auf dieser wichtigen Nord-Süd-Achse Österreichs. Der Stadler SMILE erreicht bis zu 250 km/h und gehört zu den modernsten Fernverkehrszügen Europas.
Die neue Südstrecke
Die Südstrecke ist 2025/26 in eine neue Phase gegangen: Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn (Netzfahrplan 2026) wurde die Verbindung zwischen Steiermark und Kärnten massiv beschleunigt – das Herzstück ist der Koralmtunnel (33 km, sechstlängster Eisenbahntunnel der Welt). Entlang der Neubaustrecke sind zudem hohe Betriebsgeschwindigkeiten möglich, und die Strecke ist mit moderner Zugsicherung (ETCS) ausgelegt.
Für den Personenverkehr ist vor allem der Zeitsprung wichtig: Die schnellste Verbindung Graz–Klagenfurt liegt – je nach Angebot/Produkt – im Bereich von rund 41 Minuten; Wien–Klagenfurt wird im Gesamtangebot deutlich attraktiver.
Die WESTbahn nutzt dieses neue Zeitfenster und fährt seit 1. März 2026 auf der Südstrecke. Die Grundrelation lautet (je nach Bauphase/Stopps): Wien Hauptbahnhof – Wien Meidling – Wiener Neustadt – Semmering – Bruck an der Mur – Graz – Kühnsdorf-Klopeiner See – Klagenfurt – Pörtschach am Wörthersee – Villach.
Der Fahrplan ist bewusst stufenweise aufgebaut, weil auf der Südstrecke im Frühjahr 2026 Bauarbeiten an der Infrastruktur stattfinden. Konkret startet das Angebot mit 3 täglichen Verbindungen je Richtung; ab 26. März wird an stark nachgefragten Tagen (Wochenenden/Feiertage/Ferien) auf bis zu 5 Verbindungen pro Richtung erweitert; ab 29. Mai 2026 sollen es täglich 5 Verbindungen je Richtung sein. Baustellenbedingt gab es zunächst einen zusätzlichen Halt in Payerbach-Reichenau; ab 29. Mai ist stattdessen Semmering als Halt vorgesehen.
Stadler SMILE – Technik und Konzept
Der Stadler SMILE ist ein Hochgeschwindigkeits-Triebzug des Schweizer Herstellers Stadler Rail. Der Name steht für „Schneller Mehrsystemfähiger Innovativer Leichter Expresszug“. Der Zug wurde ursprünglich für die Schweizerischen Bundesbahnen entwickelt und dort unter dem Namen Giruno eingesetzt. Die WESTbahn-Version basiert auf derselben Plattform, ist jedoch an den österreichischen Fernverkehr angepasst.
Der SMILE ist die zentrale “Hardware”-Neuerung hinter dem Süd-Start. Vertragsbasis ist eine von Stadler und WESTbahn kommunizierte Vereinbarung über drei SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge, deren Einsatz ab März 2026 auf der Relation Wien – Graz – Klagenfurt – Villach vorgesehen war. Stadler beschreibt den SMILE dabei als ersten Hochgeschwindigkeitszug des Herstellers in Österreich und nennt zentrale Komfortfeatures (u. a. stufenfreier Zugang, WLAN, Steckdosen/USB an jedem Sitzplatz, Fahrradbereiche sowie druckertüchtigte, klimatisierte Fahrgasträume).
Der Zug besteht aus elf Wagen mit verteiltem Antrieb. Dieses Konzept sorgt für hohe Beschleunigung, stabile Laufeigenschaften und effiziente Nutzung der Leistung.
Wichtige technische Merkmale:
- Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
- Mehrsystemfahrzeug für mehrere europäische Stromsysteme
- Hochgeschwindigkeitsbetrieb auf Neubaustrecken
- Niederflur-Einstiege für schnellen Fahrgastwechsel
- moderne Fahrgastinformationssysteme und WLAN
Aus Fahrgastsicht setzt die WESTbahn die SMILE-Ausstattung sehr konkret in ein bekanntes Dreiklassen-Konzept um. Öffentlich genannt werden 422 Sitze, davon 288 in der Standard Class; außerdem Lederbestuhlung, Steckdosen an jedem Platz, WLAN im ganzen Zug, barrierefreie Einstiege (inkl. PRM-Zugängen) und Fahrradstellplätze. Ergänzt werden diese Hardfacts durch Soft-Features wie Relax Check-in und die kostenlose Sitzplatzreservierung (WestFixplatz).
Die Front des Zuges ist stark aerodynamisch gestaltet. Große Frontscheiben und eine kompakte Nase reduzieren den Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten.
WESTbahn – privater Fernverkehr in Österreich
Die WESTbahn wurde 2011 gegründet und war der erste große private Anbieter im österreichischen Fernverkehr. Ziel war es, Wettbewerb auf der stark ausgelasteten Weststrecke zwischen Wien und Salzburg zu schaffen. Zum Einsatz kamen zunächst moderne Doppelstockzüge mit hoher Sitzplatzkapazität und offenen Tarifsystemen. Flexible Tickets, freie Sitzplatzwahl und ein klares Servicekonzept machten die Züge schnell bekannt.
Mit der Expansion auf weitere Strecken entwickelte sich das Unternehmen zu einem wichtigen zweiten Anbieter im österreichischen Fernverkehr. Verbindungen nach München sowie in den Westen Österreichs folgten. Die Einführung der Stadler-SMILE-Züge markiert einen weiteren Schritt: WESTbahn setzt nun erstmals Hochgeschwindigkeitszüge ein und erweitert ihr Netz auf die Südstrecke.
Quellen
https://westbahn.at
https://stadlerrail.com
https://de.wikipedia.org/wiki/Stadler_SMILE
https://de.wikipedia.org/wiki/Westbahn_(Unternehmen)
https://www.koralmbahn.at
https://www.bmk.gv.at
Unser Design
Du findest unser Design des neuen Hochgeschwindigkeits-Zugs hier ›
